danke für nichts! im gegenteil.

es müssen wohl bewusstseinsdämpfende substanzen im spiel sein, wenn nun manche artikel-schreibende, interview-gebende und social-media-postende im zusammenhang mit dem unheiligen sich in diversen lobhudeleien oder begabungsbewunderung ergehen.

nicht wirklich nachvollziehbarer sind jene, die nun durchblicken lassen wollen, dass sie es natürlich niemals geahnt hatten, was da vor sich geht, dass es schon überraschend sei, was da durch ermittlungen der WKSTA ruchbar wurde.

und auch nicht akzeptabel: die ewige gebetsmühle von der „unschuldsvermutung“, die jegliche politische und moralische verantwortung leugnet, frei mach dem motto: „alles ist erlaubt, solange nicht mehr als ein jahr gefängnisstrafe droht.“

viele wollen hier sich allzuleicht abputzen und so tun, als wäre ohnehin alles in ordnung gewesen. aber das gegenteil ist der fall: wer wollte, konnte immer schon den empathiebefreiten blender sehen, den unverfrorenen machtmenschen, den gekampelten schnösel.

ertrunkene kinder?
bei lebendigem leib verfaulende menschen in camps?
armutsgefährdete kinder in unserem land?
das war alles kein anlass, so etwas ähnliches wie humanität in das politische handeln zu lassen. der unheilige hatte ja immer schon von den hässlichen bildern geschwafelt. je grausamer, umso bestätigender waren dann die bilder.

andererseits:
wir mussten massen zusehen, die in sektenmanier betört riesige hallen füllten und in einer leni riefenstahl in den schatten stellenden inszenierung nur eines feierten: das ego eines unreifen menschen, der sich einbildet, alles zu können bzw. auf nichts und niemanden rücksicht zu nehmen gedenkt. basti, basti, basti!

  • für die gutverdienenden gibt es familienbonus, für die schlecht verdienenden nichts.
  • für die systemrelevanten jobs gab es unternehmensfreundliche flexibilisierung, die aber viele arbeitende in echte bedrängnis brachte.
  • für die so dringend nötige kinderbetreuung durften bereits vereinbarte 1,2 milliarden nicht verwendet werden, weil ein egomane veranlagter ganz andere – menschenfeindliche – pläne hatte.

diese liste kann schier endlos fortgesetzt werden…

sorry, das war vom ersten moment an zu sehen. bereits auf dem „geilomobil“ mit dem unglaublich intelligenten claim „schwarz macht geil“ war die peinlichkeit himmelschreiend.

und von da an wurde es in keinem moment besser, sondern immer schlimmer.
menschenverachtender.
präpotenter.
anpatzender.
justizfeindlicher.
unverantwortlicher.
aufhetzender.
spaltender.
weinerlicher.
zynischer.
selbstverliebter.

ob auch krimineller, das müssen die laufenden und vielleicht noch weitere verfahren klären. in jedem fall aber: tödlicher.

nicht nur jene politik, die mit dem erschwindelten motto „geschlossene balkanroute“ geframed wurde und mit der forderung nach verteidigten aussengrenzen auch illegale pushbacks zur folge hatte, war für flüchtende menschen tödlich.

auch die sorglosigkeit, die durch die selbstverliebte leugnung der realität ausgelöst wurde, weil der unheilige im sommer 2021 frohlockte, dass die „pandemie vorbei“ sei, war für manche letztlich tödlich.

niemand kann behaupten, das wäre nicht erkennbar gewesen. es war immer schon allzu offensichtlich: eines der höchsten ämter des staates in der hand eine selbstverliebten – das konnte niemals gut gehen. der schaden ist durch einen rücktritt nicht behoben. der schaden ist enorm.

die övp hat sich in den letzten 10 jahren blenden lassen bzw. für den machterhalt jeglichen verstand vergessen. es kann und darf so nicht weiter gehen. die justiz muss klären, was und wer kriminell war. und die politik muss klären, wie das seriöse mass wieder gefunden werden kann. övp und fpö haben sich diesbezüglich bereits disqualifiziert.

daher müssen die lobhudeleien und türkisen nostalgien ein ende haben. es gilt jetzt, die „operation ballhausplatz“ durch eine andere strategie zu ersetzen: „operation opposition“.

und den abgetretenen sei nachgerufen:
danke für nichts! im gegenteil.

________
bild: screenshot orf, bearb. b.jenny cc by

Autor: bernhardjenny

kommunikationsgestalter meine unternehmen: jennycolombo.com, conSalis.at blogger, medienkünstler, autor, erwachsenenbildner salzburg - wien

2 Kommentare zu „danke für nichts! im gegenteil.“

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