tötet das system kurz?

politisch interessierte, beobachter*innen und sogar parteifreund*innen greifen sich auf den kopf, sind bestürzt, verstehen die welt nicht mehr und kippen oft in blankes entsetzen: das was haslauer, stelzer, platter, schallenberg und co. an inadäquatem verhalten an den tag legen, ist rational nicht mehr erklärbar.

selbst wohlwollende kenner*innen können es sich nicht erklären, wie weit von vernunft oder gar intelligenz das verhalten entfernt ist: als ginge es um nichts anderes, als ausgerechnet jene massnahme, die nun für viele expert*innen unausweichlich bleibt, auf teufel komm raus zu verhindern.

alles ist recht, nur kein lockdown. erinnert an die zeiten der regierungskrise nach dem auffliegen der anschuldigungen durch die wksta, wo der bis dahin kanzler partout nicht zurücktreten wollte. das hilfkonstrukt „zur seite treten“ machte dann einen ersten schritt möglich.

allerdings scheint es genau dieser schritt zur seite zu sein, der jetzt zum lebensbedrohlichen experiment in unserem land führt: der eben nur zur seite und nicht zurückgetretene unkanzler hat die övp mehr denn je im griff, er ist es, der die linie vorgibt, er ist es, der alles verhindert, was ihm verhinderungswürdig erscheint.

jetzt geht es zwar um kein bundesland mehr, das er aufhetzen wollte, er will die grünen zermürben und zerstören und daher den gesundheitsminister keinesfalls massnahmen setzen lassen, die uns bewusst machen, dass wir immer noch – orientierungslos und verzweifelt – im türkisschwarzen tunnel sitzen, ohne funken licht, ohne hoffnung, ohne lösung.

wenn einmal die tourismusverantwortlichen selbst dringend einen lockdown fordern, weil sonst alles, was sich nach wintersaison anhört, gleich von vornherein den bach runter geht, sollte eigentlich klar sein, dass selbst das (absolut zynische) wirtschaftsargument nicht mehr zieht.

der parteiobmann der grössten regierungspartei hat seine partei, besser gesagt seine glaubensgemeinschaft, fest im griff. er weiss, dass ein lockdown seine „pandemie ist vorbei“-sager endgültig als „falschaussage“ blosstellen würde. und er scheut offensichtlich nicht davor zurück, den platzhalterkanzler samt der gesamten regierung in ein menschliches und politisches desaster laufen zu lassen, dann gehen sie wenigstens mit ihm gemeinsam unter.

der unheilige will also nicht allein gehen müssen, er will möglichst viele mitnehmen. da kommen ihm massenpsychotische phänomene nur gelegen. je mehr chaos, je mehr verzweiflung, umso besser, wenn türkis scheitert dürfen auch keine schwarzen über bleiben.

wie lange können da die sonstigen verantwortlichen in unserem land zusehen? ist nicht gefahr im verzug, wenn ein ganzer schulbus gegen eine mauer rast und der reiseleiter viele massnahmen zulässt, aber nur „ja nicht die bremse betätigen“ will?

wie weit doch ein in seiner ehre gekränkter egomane geht, wie blind doch selbst im untergang die weggefährt*innen sind! es scheint allerdings ein grausames drama zu sein, in dem menschenleben dem narzissmus geopfert werden.

tötet das system kurz?

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bild: screenshot orf bearb. b.jenny

Autor: bernhardjenny

kommunikationsgestalter meine unternehmen: jennycolombo.com, conSalis.at blogger, medienkünstler, autor, erwachsenenbildner salzburg - wien

Ein Gedanke zu „tötet das system kurz?“

  1. Lieber Bernhard!

    Ich bin immer so froh, wenn ich Deine Beiträge lese, danke, dass Du so konsequent bist und bleibst.

    Mückstein muss erkennen, dass er der Minister ist, die LH Leute sind im Notfall weisungsgebunden

    Innige Umarmung, Doro

    Gefällt mir

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